Technische Geräte und der Ärger mit der Garantie

Inzwischen ist unser Leben hochtechnologisch. Wir nutzen Computer, Navigationssysteme, Spielkonsolen, MP3-Player, Handys und Flachbildfernseher. Diese digitale Welt erleichtert unser Privat- und unser Berufsleben ungemein. Das Ganze technische kostet aber auch jede Menge Geld. Solange alles funktioniert, sind wir natürlich sehr zufrieden. Doch wenn der erste Defekt auftritt, dann ist der Ärger groß und der Spaßfaktor natürlich weg.

Wenn es dann auch noch zu einem Streitfall wegen der Frage nach den Kosten für die Reparatur kommt, dann ist der Ärger noch größer und das Ganze kann Nerven kosten, denn einige Händler und Hersteller reagieren ganz anders, als man es nach der Gesetzesänderung von 2002 zugunsten des Verbrauchers erwarten würde. Denn zwischen den damals verabschiedeten Gesetzestexten und der Realität klafft oftmals eine große Lücke. Dabei ist der
klassische Verlauf von Kauf bis Reparatur eines Mangels meist ein gerader Weg: Kunde kauft im Handel ein teures Elektrogerät und schließt damit automatisch einen Kaufvertrag mit dem Verkäufer ab. Damit geregelt sind auch Gewährleistung und Garantie. Dabei gilt laut Paragraf 433 BBG, dass das Gerät funktionieren muss. Doch ob dies wirklich so ist, findet der Verbraucher erst heraus, wenn er es das erste Mal anschaltet. Das heißt der Verbraucher kauft sozusagen "die Katze im Sack". Aber das Gerät kann ja auch einige Tage länger funktionieren. Doch selbst wenn dieses erst nach einem Jahr "den Geist aufgibt", kann der Verbraucher dann mit der Quittung und dem Gerät beim Verkäufer vorstellig werden und auf Reparatur bzw. Wandlung dringen. Denn es besteht eine gesetzliche Gewährleistungspflicht von zwei Jahren. Doch dann wird es schon kompliziert, denn liegt der Kauf schon länger als sechs Monate zurück, dann muss der Kunde nachweisen, dass der Defekt nicht durch ihn selbst verursacht wurde, was in der Praxis natürlich sehr schwierig ist. Dabei geht der Gesetzgeber heute davon aus, dass ein innerhalb des ersten halben Jahres auftretender Mangel schon beim Kauf vorhanden war.

Einige Verbraucher können allerdings auch bei dieser eindeutigen Rechtslage "ein Lied davon singen", dass sie nach dem Auftreten von einem Mangel von A nach B und dann wieder zu A zurück geschickt wurden, um ihren Mangel anzuzeigen oder nach dem Stand der Bearbeitung zu fragen. Vielen bleibt letztlich kein anderer Weg mehr als der zu einem Rechtsbeistand, was wiederum mit viel Aufwand, Zeitverlust und Kosten verbunden ist. Doch die Erfolgsaussichten sind häufig gut. Schon allein ein Brief vom Anwalt kann beim Händler großen Eindruck schinden und zur sofortigen Abwicklung der Angelegenheit bewegen.